Hustenstiller – gar nicht so ohne


Vor der Einnahme gut informieren
Hustenstiller – gar nicht so ohne
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Trockener Husten kann quälend sein – vor allem, wenn er den Nachtschlaf stört. Hustenstiller versprechen dann Linderung. Aber auch wenn viele Präparate frei verkäuflich sind, ist bei der Einnahme einiges zu beachten.

Produktiver versus trockener Husten

Husten ist durchaus nützlich – er sorgt dafür, dass Staub, Fremdkörper oder Erreger aus den Atemwegen befördert werden. Der sogenannte „produktive“ Husten ist zudem dafür zuständig, dass Schleim aus den Atemwegen abgehustet wird. Anders ist das bei trockenem Husten. Er entsteht oft, weil die Atemwege gereizt und dadurch hochempfindlich sind. Häufig flankiert er eine Atemwegserkrankung: Der Husten ist trocken, bis der Schleim in den Atemwegen sich zu lösen beginnt und sich abhusten lässt. Sind die Atemwege wieder frei von Schleim, geht der Husten wieder in seine trockene Form über.

Besser die Ärzt*in oder Apotheker*in fragen

Beim produktiven Husten macht der Einsatz von Hustenstillern meist keinen Sinn: Schleim und Krankheitspartikel sollen ja abgehustet werden. Bei trockenem Husten spricht in vielen Fällen hingegen nichts gegen Hustenstiller.

Es gibt aber auch Umstände, unter denen man besser mit der Ärzt*in oder Apotheker*in Rücksprache hält. Dazu zählen unter anderem:

  • Kinder unter 2 Jahre: Bei Kleinkindern sollte man Husten immer ärztlich abklären lassen, bevor man zu Hustenstillern greift. So ist es ausgeschlossen, dass man behandlungsbedürftige Erkrankungen wie Pseudokrupp übersieht. Weil Kleinkinder oft Fremdkörper verschlucken, wird die Ärzt*in auch immer prüfen, ob die Atemwege frei sind.
  • Anhaltender Husten über 2 Wochen: Hartnäckiger Husten ist immer ein Fall für die Ärzt*in, um ernstere Erkrankungen auszuschließen.
  • Begleitsymptome wie Fieber, starke Schmerzen oder Atemnot: Solche Beschwerden weisen auf Krankheiten hin, die eine Ärzt*in behandeln sollte. Betroffene nehmen den Husten dann besser ernst, anstatt ihn einfach auszuschalten.
  • Asthma: Nicht alle Hustenstiller eignen sich für Asthmatiker*innen, weil sie Einfluss auf die Atmung nehmen können.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die Einnahme von Hustenstillern wirkt sich unter Umständen auch auf das Kind aus. Zum Beispiel kann der Wirkstoff Dextromethorphan (Wick Husten-Sirup, Silomat DMP Lutschpastillen) die Atmung des gestillten Säuglings hemmen.
  • Einnahme anderer Medikamente: Hier sind gefährliche Wechselwirkungen möglich, etwa das Serotonin-Syndrom bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Antidepressiva oder dem Wirkstoff Dextromethorphan.

Was die Leitlinie sagt

Wissenschaftlich erwiesen ist die Wirkung von Hustenstillern übrigens nicht – das sagt zumindest die aktuelle Leitlinie zu akutem und chronischem Husten.  Sie empfiehlt stattdessen, viel zu trinken und die Atemluft anzufeuchten.

Quelle: pta heute, 08/22

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